Einführung
Am 30.03.03 hat die Mitgliederversammlung von
Menschen für Tierrechte -
Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
auf Vorschlag von
animal 2ooo -
Menschen für Tierrechte Bayern e.V.
die Goldorfe zum Versuchstier des Jahres 2003 erklärt.
Im Jahr 2001 wurden nach Angaben des Verbraucherministeriums in Deutschland über
300.000 Fische in Tierversuchen getötet. So wird auch an Goldorfen, einer
Süßwasserfischart aus der Familie der Kärpflinge, seit Jahrzehnten ein Test zur
Bestimmung der Giftigkeit des Abwassers durchgeführt.
Bei diesem qualvollen Tierversuch wird ermittelt, ab welcher Verdünnung des Abwassers
innerhalb von 48 Stunden keine Versuchs-Fische an Vergiftung sterben. Der Test ist in der
Abwasserverordnung (AbwV) und im Abwasserabgabengesetz (AbwAG) vorgesehen. Jahr für Jahr
müssen daher in Deutschland zigtausend Tiere ihr Leben lassen, um die Giftigkeit von
industriellem Abwasser und daraus die Abwassergebühren ermitteln zu können.

Wenn es um den Umweltschutz geht (AbwV), hat der Gesetzgeber inzwischen eine
Ersatzmethode, den Fischei-Test nach DIN, anerkannt. Wenn es aber darum geht, die
Ergebnisse des Fischei-Tests auch zur Festlegung der Höhe der Abwassergebühren
festzulegen (AbwAG), dann kneift der Bundesumweltminister: hierzu ist immer noch allein
der Fischtest vorgeschrieben. Man befürchtet wohl, von der Industrie in Prozesse um die
Vergleichbarkeit der Methoden verwickelt zu werden und aufgrund von Fischei-Tests
erhobene Abwassergebühren zurückzahlen zu müssen.
Die Abschaffung dieses Skandals ist das Ziel einer bundesweiten Kampagne, die am 24.
April 2003, dem Internationalen Tag des Versuchstieres begonnen hat.
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