Das Versuchstier des Jahres 2004:
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   Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Hessen e.V.

   Wo wird in Deutschland an Affen experimentiert?

Von Dr. med. vet. Corina Gericke

Im Jahr 2002 wurden den Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zufolge 1.889 Primaten zu Forschungszwecken verwendet. 506 von ihnen waren Halbaffen (Spitzhörnchen), 324 Neuweltaffen (z.B. Weißbüscheläffchen, Totenkopfäffchen, Kapuzineraffen) und 1.059 Altweltaffen (Javaneraffen, Rhesusaffen und andere Makaken, außerdem Paviane, Grüne Meerkatzen).

In der Internet-Datenbank des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte e.V. und der Ärzte gegen Tierversuche e.V. (www.datenbank-tierversuche.de) sind Primatenversuche aus folgenden Städten dokumentiert:

Bayreuth, Berlin, Bochum, Erlangen, Freiburg, Gießen, Göttingen, Greiswald, Halle, Hannover, Homburg, Ingelheim, Jülich, Kaiserslautern, Langen, Magdeburg, Marburg, München, Münster, Regensburg, Solingen, Tübingen, Wuppertal, Würzburg. Details siehe Tabelle unten.

Einige Beispiele aus der Datenbank:

Göttingen: Sechs Makaken werden mit SIV, einem AIDS-ähnlichen Virus, infiziert. Bei fünf Tieren bricht die Krankheit aus, bzw. es treten immunologische Veränderungen auf. Ein Affe ist selbst nach drei Jahren noch symptomlos.

München: Unter Narkose werden vier Rhesusaffen eine Stahlkammer und Bolzen auf den Schädel montiert, um den Kopf während der Experimente unbeweglich fixieren zu können. Zur Messung der Augenbewegungen werden vier Messspulen am Auge implantiert. Die Augenbewegungen werden am wachen, im Primatenstuhl sitzenden Affen gemessen, während der Stuhl in unterschiedliche Richtungen rotiert. Schließlich wird im Gehirn durch Strom eine kleine Verletzung erzeugt. Dann werden die Tiere getötet.

Bochum: Bei 2 Totenkopfäffchen wird am Tag der Geburt, beim dritten Tier in der siebten Lebenswoche, unter Narkose ein Auge zugenäht. Im Alter von zwölf bis 16 Jahren (!) werden dann die eigentlichen Versuche durchgeführt, wobei u.a. in Narkose der Schädel eröffnet wird.

Freiburg: Unter Narkose wird drei Weißbüscheläffchen eine Substanz in ein Auge gespritzt, die die Netzhaut zerstört. Oder die Zerstörung der Netzhaut wird operativ vorgenommen. Nach 24stündiger Dunkelhaltung werden die Affen Lichtreizen in einer Spiegelbox ausgesetzt, was für die Tiere äußerst schmerzhaft sein muss. Die Tötung erfolgt weitere 24 Stunden später.

Hannover: Zellen der Aorta (Körperschlagader) vom Schwein werden den Pavianen in eine Vene injiziert. Ein Affe erhält ein Schweineherz und stirbt noch in Narkose. Von den anderen Tieren werden nach zwölf bis 24 Monaten Gewebe- und Blutproben entnommen (evtl. nach Tötung). Insgesamt werden 16 Paviane verwendet.

Gießen: Bei 18 Rhesusaffen wird ein schmerzhaftes Glaukom (erhöhter Druck im Auge) experimentell erzeugt.

 

Primatenart Institut
Spitzhörnchen Institut für Tierphysiologie, Uni Bayreuth
Rhesusaffen Robert-Koch-Institut, Berlin
Totenkopfäffchen Institut für Physiologie, FU Berlin
Rhesusaffen Institut für Neuropathologie, Freie Universität Berlin
Javaneraffen Institut für Toxikologie und Embryopharmakologie, FU Berlin
Rhesusaffen
Javaneraffen
Totenkopfäffchen
Abteilung für Zoologie und Neurobiologie, Ruhr Universität Bochum
Rhesusaffen Institut für Hirnforschung, Universität Bremen
Makaken
Weißbüscheläffchen
Abteilung für Neuroanatomie und C. und O.Vogt-Institut für Hirnforschung, Universität Düsseldorf
Rhesusaffen
Totenkopfäffchen
Institut für Klinische und Molekulare Virologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Makaken Abteilung für Anatomie II, Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Rhesusaffen Abteilung für Ophthalmologie und Augenklinik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Makaken Max Planck Institut für Hirnforschung, Frankfurt/Main
Makaken Neurologische Universitätsklinik, Neurozentrum, Freiburg
Grüne Meerkatzen AG Hirnforschung, Institut für Biophysik, Freiburg
Afrikanische Grüne Meerkatzen Abteilung Virologie, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Freiburg
Javaneraffen Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Universität Freiburg
Weißbüscheläffchen Forschungseinheit Morphologische Hirnforschung am Institut für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Uni Freiburg
Javaner Institut für zahnärztliche Prothetik, Uniklinik für Zahnheilkunde Freiburg
Rhesusaffen Uni-Augenklinik, JLU Gießen
Rhesusaffen Abteilung für Nephrologie und Rheumatologie, Universität Göttingen,
Weißbüscheläffchen Institut für Zoologie und Anthropologie, Uni Göttingen
Makaken Max-Planck-Institut für Biophysiologische Chemie, Götingen
Rhesusaffen
Weißbüscheläffchen
Totenkopfäffchen
Spitzhörnchen
Fingertiere
Braunrückentamarine
Deutsches Primaten-Zentrum, Göttingen
Javaner Institut für Geburtshilfe und Gynäkologie, Uni Greifswald
Paviane Muskellabor der Neurologischen Klinik, Klinik für Innere Medizin III, Uni Halle-Wittenberg
Rhesusaffen
Javaneraffen
Institut für Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover
Javaneraffen Abteilung für Periodontologie und Zahnmedizin, Universität des Saarlandes, Homburg
Rhesusaffen Innere Medizin II, Universität des Saarlands, Homburg/Saar
Paviane Boehringer Ingelheim KG, Ingelheim
Paviane Forschungszentrum Jülich
Rhesusaffen Lebensmittelchemie und Umwelttoxikologie, Uni Kaiserslautern
Rhesusaffen Paul-Ehrlich-Institut Langen
Rhesusaffen Institut für Virologie, Universität Leipzig
Krallenaffen Institut für Veterinär-Pathologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig
Rhesusaffen Paul Flechsig Institut für Hirnforschung, Universität Leipzig
Javaneraffen Leibniz-Institut für Neurobiologie, Magdeburg
Rhesusaffen Neurophysiologische Gruppe, Abteilung für Physik, Philipps-Universität, Marburg
Makaken
Rhesusaffen
Institut für Anatomie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Makaken Institut für Neuropathologie der Ludwig-Maxilians-Universität München
Rhesusaffen Neurologische Klinik, Klinikum Großhadern, Universität München
Weißbüscheläffchen Institut für Physiologie, Technische Universität München,
Rhesusaffen Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
Geoffroy-Klammeraffen, Mantelpaviane
Totenkopfäffchen
Weißbüscheläffchen
Institut für Medizinische Psychologie, LMU München
Totenkopfäffchen
Schweinsaffen
Abteilung für Medizinische Psychologie, Medizinische Fakultät, Ludwig-Maximillians-Universität München
Javaneraffen Covance Laboratories GmbH, Münster
Makaken Anatomisches Institut, Universität Münster
Javaneraffen
Rhesusaffen
Institut für Reproduktionsmedizin der Universität Münster
Rhesusaffen Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universität Regensburg
Paviane Abteilung ENT, Städtisches Klinikum Solingen
Rhesusaffen Max-Planck-Institut fur Biologische Kybernetik, Tübingen
Rhesusaffen Neurologische Universitätsklinik, Tübingen
Javaneraffen Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Universität Tübingen,
Rhesusaffen Abteilung für Psychatrie, Klinische Neurochemie, Julius-Maximilian-Universität Würzburg
Rhesusaffen Institut für Virologie und Immunbiologie, Universität Würzburg
Rhesusaffen Bayer AG, Wuppertal

Versuche mit Primaten wurden an den genannten Instituten entweder selbst durchgeführt oder an den Instituten ansässige Experimentatoren waren für die Versuche verantwortlich.

Quelle: www.datenbank-tierversuche.de