Tierversuchsfreie Forschungsansätze
Um bessere und erfolgreichere Behandlungs- und auch Präventionsstrategien für alkoholabhängige Menschen anbieten zu können, ist die weitergehende Erforschung dieser Erkrankung erforderlich. Dazu bedarf es jedoch sinnvoller Forschungsansätze aus unterschiedlichen Bereichen der Medizin, die nachfolgend kurz skizziert werden sollen.
Aufschlussreiche Grundlagenforschung kann mithilfe der modernen, nichtinvasiven bildgebendenVerfahren wie dem Magnet-Resonanz-Imaging (MRI) oder der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) an lebenden Menschen schmerzlos und ethisch unbedenklich betrieben werden. Sowohl morphologische als auch funktionelle Prozesse können so untersucht werden. Auch die Wirkmechanismen von die psychotherapeutische Behandlung unterstützenden Medikamenten können durch das MRI nachvollzogen werden.
Die Verbindung der bildgebenden Verfahren mit genetischen Untersuchungen leistet einen weiteren Beitrag zur Erforschung des Alkoholismus.
Die Untersuchung pathologischen Materials, z.B. Gehirne verstorbener alkoholkranker Menschen, kann ebenfalls über morphologische und funktionelle Veränderungen Aufschluss geben. Auch können an diesen Organen toxische Auswirkungen des Alkoholkonsums untersucht werden, unterstützt durch Studien an Zell- bzw. Gewebekulturen gegebenenfalls in Verbindung mit Computertechniken.
Bevölkerungsstudien dienen der Untersuchung der Verteilung von Krankheiten und der Erkennung von Einflussfaktoren, um so vorbeugende Maßnahmen entwickeln zu können. Auch Familien- und Adoptionsstudien haben in der Alkoholforschung wichtige Erkenntnisse liefern können.
Studien, die sich mit der Effektivität verschiedener psychotherapeutischer Behandlungsansätze befassen, sind für die Verbesserung dieser Strategien über den gegenwärtigen Stand hinaus von großer Bedeutung. Gelder, die reichlich in die tierexperimentelle Alkoholforschung fließen, wären an dieser Stelle wesentlich sinnvoller angelegt.
Diese, in ihrer Gesamtheit sinnvolle Art der Erforschung der Alkoholabhängigkeit steht einer tierexperimentellen Alkoholforschung, die sich neben ihrer ethischen Fragwürdigkeit zudem durch erhebliche medizinische und methodologische Mängel auszeichnet, gegenüber.
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