Das Versuchstier des Jahres 2007 und 2008:
Die Ratte im Alkoholversuch
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 exemplarische
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 tierversuchsfreie
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  Der Laboralltag

Die für Versuchszwecke ideale Größe, die Ähnlichkeit physiologischer Prozesse mit denen des Menschen, die relativ gute Resistenz gegen Infektionen und die “einfache” Haltung und Pflege wurden der Ratte zum Verhängnis: seit etwa 1890 wird sie für Laboratorien gezüchtet, inzwischen gibt es über 400 genetisch definierte Inzucht- und etwa 50 Auszuchtstämme von der Wanderratte.

Die heutigen Laborratten verfügen jedoch noch über das gleiche Verhaltensrepertoire wie ihre wildlebenden Artgenossen. Bedenkt man die arttypischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Ratte, so ist der daraus folgende Schluss, dass die Haltung der Ratten im Labor auch ohne gleichzeitig stattfindende Versuche eine extreme Tierquälerei darstellt.

Das Tierschutzgesetz, das eine verhaltensgerechte Unterbringung der gehaltenen Tiere fordert, wird aus Bequemlichkeit und aus finanziellen und haltungstechnischen Gründen ad absurdum geführt. Die Haltungsumwelt der Labor-Standardhaltung beinhaltet als Strukturen den Edelstahl-Gitterdeckel mit abgesenkter Futterraufe und einer Halterung für die Trinkflasche und einige Zentimeter Holzgranulateinstreu (in bestimmten Stoffwechselkäfigen noch nicht einmal das). Angesichts der natürlichen Umwelt der Ratten, die sich durch eine enorme Komplexität und Abwechslungsfülle auszeichnet, mutet diese praktisch reizlose Umgebung wie blanker Hohn an. Es bestehen kaum Deckungs- oder Fluchtmöglichkeiten, Klettern oder auch nur ein Aufrichten ist nicht möglich, ein Nest kann nicht gebaut werden, und das Suchen und Speichern des Futters entfällt ebenfalls. Dass der winzige Käfig schnell erkundet ist und es danach für die extrem neugierigen Ratten nie mehr etwas Neues zu inspizieren und entdecken gibt, erklärt sich von selbst.

Für Ratten, die, wenn man sie ließe, in einem komplexen Sozialgefüge leben würden, ist die soziale Isolation, die durch die oft aus versuchstechnischen Gründen praktizierte Einzelhaltung entsteht, der am meisten belastende Faktor. Aber auch das Zusammenstellen von artifiziellen Gruppen führt angesichts des Platzmangels und der fehlenden Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten zu einer Überforderung der Tiere. Hinzu kommen dann noch die zusätzlichen Belastungen durch die Versuche. Der Umstand, dass die Ratten unter Laborbedingungen kein auch nur annähernd arttypisches Verhalten ausüben können, führt zu einem permanenten und starken Stress der Tiere und bedeutet lebenslanges Tierleid.

Ratte im Versuchskäfig
Foto: Steffen Petersen, Animal Rights Sweden

Die im Alkoholversuch isolierten Ratten hatten nicht einmal eine Einstreu.