Das Versuchstier des Jahres 2009:
Das Kaninchen
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  Giftigkeitsprüfungen (toxikologische Tests)

Darunter fallen Tests, um die potenzielle Gesundheitsgefährdung von Substanzen und Chemikalien für den Menschen herauszufinden, so werden an Kaninchen u. a. folgende Tests vorgenommen:

Hautreizungs-/Hautverätzungstest

Tierversuch:
Den Kaninchen wird 24 Stunden vor dem Versuch das Fell auf dem Rücken geschoren. Die Tiere werden einzeln gehalten. Die Prüfsubstanz wird auf eine kleine Hautfläche (etwa sechs qcm) aufgetragen. Wirkt die Substanz hautreizend, entstehen schmerzhafte Entzündungen. Der Test soll zuerst an einem Tier durchgeführt werden. Wird der Stoff als ätzend eingestuft, werden keine weiteren Tierversuche durchgeführt.

Foto: One Voice

Ersatzverfahren:
Ein In-Vitro-Test mit menschlichen Hautzellen ist validiert und soll in Kürze behördlich zugelassen werden.

Schädigungen der Nachkommen

Es sollen schädigende Wirkungen auf den sich entwickelnden Organismus herausgefunden werden. Daher werden die Versuche an tragenden Kaninchen vorgenommen.

Tierversuch:
Die Prüfsubstanz wird oral eingegeben. Zu verschiedenen Zeitpunkten werden die Tiere getötet und die Mutter sowie die ungeborenen Jungen untersucht, um zu beurteilen, ob die Substanz Schädigungen wie z. B. Missbildungen hervorgerufen hat.

Ersatzverfahren:
Es stehen bislang noch keine tierversuchsfreien Ersatzverfahren zur Verfügung. Diese sind schnellstens zu entwickeln und anzuerkennen.

Augenreizung

Tierversuch (Draize-Test):
Hierbei werden Veränderungen des Auges nach Applikation einer Prüfsubstanz auf die Oberfläche des Kaninchenauges beobachtet. Sind die Veränderungen innerhalb von 21 Tagen reversibel, handelt es sich um eine Augenreizung, bei irreversiblen Schädigungen liegt eine Augenverätzung vor. Dieser Test kann sehr schmerzhaft sein.

Foto: BUAV

Ersatzverfahren:
Tests am isolierten Rinderauge oder Hühnerauge sind als grobe Screeningmethode zugelassen (diese Verfahren sind allerdings auch mit Tierverbrauch verbunden). Die Verfahren werden nur für stark reizende Substanzen von den Behörden akzeptiert. Auch Tests für schwach und nicht reizende Substanzen müssen schnellstens entwickelt und anerkannt werden.