Tierversuchsersatzverfahren
Gerade mit Zell- und Gewebekulturen lassen sich bereits schon heute zahlreiche Fragestellungen bearbeiten und Tests durchführen.
Foto: A. Farkas/afi
Im Bereich der Magen-Darm-Forschung existiert inzwischen ein Software Programm, mit welchem die orale Verfügbarkeit und die im Organismus stattfindende Verstoffwechselung von Medikamenten simuliert werden können. Das Programm ahmt die Ganzkörperphysiologie von Menschen und verschiedenen Tierarten auf Wunsch auch in bestimmten Altersklassen nach. Die Module erlauben die Testung verschiedenster Arzneimittelformulierungen wie Tabletten, Kapseln und Lösungen. Auch der „Leber-Darm-Kreislauf“, also die Verbindung zwischen Leber und Darm, sowie extreme Ernährungszustände oder krankhafte Veränderungen im Verdauungskanal des virtuellen Probanden und vieles mehr können individuell berücksichtigt werden.
Weitere Methoden sind zwar nicht vollständig tierfrei, kommen aber zumindest ohne zusätzliche Tiertötungen aus, da Organe von auf dem Schlachthof getöteten Schweinen verwendet werden. So können an Lungen z. B. Durchblutungsstörungen, Lungenödeme oder andere Phänomene mit erniedrigtem Sauerstoffgehalt, die beim Menschen vorkommen, untersucht werden (1).
Zu anderen Untersuchungen wird Schweinedarm entnommen, um menschliche Leberzellen an den Darmwänden anwachsen zu lassen und damit ein künstliches Lebermodell für toxikologische Tests herzustellen (2).
Quellen
(1) Von Massenbach, J. (2008): Das Modell der isolierten und autolog-hämoperfundierten Schweinelunge von Schlachthoftieren – Einfluss der Lungeninflation auf den Ischämie- und Reperfusionsschaden. Berlin.
(2) Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB (o.J.): Dreidimensionale organoide Testsysteme. Alternativen zum Tierversuch, Stuttgart.
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