Das Versuchstier des Jahres 2010 :
Das Schwein
 Einleitung
 Zahlen 2008
 Wie Schweine leben
 "Minischweine"
 Tierversuche an Schweinen
 Beispiele für Tierversuche
 Tierversuchsersatzverfahren
 Ersatzmethoden in der Magen-Darm-Forschung
 Argumente gegen Tierversuche
 Das können Sie tun
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  Wie Schweine leben

Insgesamt haben sich Verhaltensweisen und Bedürfnisse der vom Mensch gehaltenen Schweine im Vergleich zu ihren wild lebenden Artgenossen im Lauf der Domestikation kaum verändert.

Foto: Free Animal Pix

Schweine sind gesellige und soziale Tiere. Sie leben in Gruppen – sogenannten Rotten –, die Angehörigen einer Gruppe halten eng zusammen. Da die Tiere sehr „mitteilungsfreudig“ sind, spielen Quiek- und Grunzlaute zur Verständigung eine große Rolle. Schweinerotten haben meist ein festes Revier, dem sie treu bleiben, wenn die Nahrung ausreicht und wenn sie nicht gestört werden.

Schweine können schnell laufen und gut schwimmen. Sie lieben es, sich im Schlamm zu suhlen. Dieses Verhalten dient der Körperpflege. Da die Tiere fast keine Schweißdrüsen haben, kühlen sie sich auf diese Weise ab und reinigen ihre Haut: Der Schlamm wird dann an Bäumen und Büschen abgeschubbert. Schweine sind entgegen allen Vorurteilen sehr reinliche Tiere. Sie trennen Schlaf-, Fress- und Kotbereich. Ihre Schlaf- und Nahrungsstellen halten sie sehr sauber.

Foto: Free Animal Pix

Schweine haben eine reichhaltige Speisekarte. Sie fressen Gras, Blätter, frische Triebe, Früchte, Samen, Kräuter, Pilze und auch unterirdische Pflanzenteile. Mit ihrer langgezogenen Schnauze und der beweglichen und sensiblen Rüsselscheibe durchwühlen sie den Grund und sorgen so für Sauerstoff im Boden und für die Verteilung von Samen. Auch Würmer, Insektenlarven, Eier, kleine Wirbeltiere und Aas verschmähen sie nicht.

Beim Ruhen liegen sie gern mit Körperkontakt zu Artgenossen. Oft lässt sich eine soziale Körperpflege beobachten, bei der ein Schwein dem anderen die Haare bzw. Borsten mit Lippen und Zähnen „durchkämmt“ und die Haut mit der Rüsselscheibe massiert.

Foto: Free Animal Pix

In der Rotte nimmt das führende weibliche Schwein, die „Leitbache“ eine wichtige Rolle ein. Sie hat u. a. Einfluss darauf, welches Tier sich vermehren soll. In der Rotte gerät viel durcheinander, wenn die Leitbache stirbt oder von Jägern erschossen wird. Bis sich eine neue Leitbache etabliert hat, gebären die übrigen Bachen oft häufiger. Vor der Geburt sondern sich die weiblichen Tiere von der Rotte ab, suchen einen trockenen, sicheren Platz auf und heben durch Wühlen eine Mulde oder Erdhöhle aus, die sie mit Pflanzenteilen auspolstern. Die Ferkel werden je nach Art nach etwa dreieinhalb bis fünf Monaten Trächtigkeit geboren und sind wegen ihrer nur spärlichen Behaarung sehr wärmebedürftig. Schon bald nach der Geburt suchen sie nach den Zitzen, wobei jedes Ferkel nach einiger Zeit eine bestimmte Zitze hat und sich eine Saugordnung ausbildet.

Foto: Free Animal Pix

Vermutlich weisen Schweine ähnliche kognitive Fähigkeiten auf wie Primaten, zudem besitzen sie wie Menschen und andere Primaten, Wale und Delfine, Elefanten und einige Vögel ein Ichbewusstsein. Sie verfügen zudem über die Fähigkeit der Selbstmedikation: So wählen sie sich z. B. bei Krankheiten selektiv Heilkräuter aus.

Die Lebensdauer von „Hausschweinen“ beträgt im natürlichen Fall 12 bis 15 Jahre Ausgewachsene Schweine können je nach Rasse und Geschlecht 150 bis 350 Kilogramm auf die Waage bringen.